Pädagogisches Konzept

Die Kindertagesstätte Ringelreija mit ihren verschiedenen Angeboten stellt eine ausserfamiliäre Betreuung für Kinder zur Verfügung. Die Kindertagesstätte wird vom gleichnamigen Trägerverein unterstützt. Die Kindertagesstätte Ringelreija erfüllt eine wichtige Aufgabe in der sich stets wandelnden Gesellschaft mit ihren verschiedenen Familienstrukturen. Wir richten uns nach den Ausführungsbestimmungen des kantonalen Jugendgesetzes vom Mai 2001. Die Kinder erfahren eine einfühlsame, individuelle Betreuung in einer familiären Atmosphäre gemäss den pädagogischen Zielsetzungen.

Im Zentrum unserer Arbeit steht das Wohlbefinden des Kindes:

Das Kind kann sich durch professionelle und liebevolle Betreuung ganzheitlich entwickeln und so im Umgang mit andern soziales Verhalten lernen. Zudem kann es durch gezielte Unterstützung seine Persönlichkeit  und Ausdrucksweise stärken, damit es Vertrauen entwickeln kann und sich geborgen fühlt.

Entwicklung der Selbstkompetenz

In der Kita wird jedes Kind als eigenständige Persönlichkeit wahrgenommen. Durch Beobachtungen seines Entwicklungsstandes und seinen Bedürfnissen können wir das Kind begleiten, unterstützen und fördern. Die Persönlichkeit des Kindes wird respektiert und geachtet. Wir unterstützen das Kind dabei, seine Gefühle wahrzunehmen und begleiten es im Umgang damit. Wir begleiten das Kind seinem Alter und seinen Fähigkeiten entsprechend auf seinem Weg zur Selbständigkeit. Wir motivieren das Kind, spielerisch Eigenverantwortung zu übernehmen, ganz nach dem Motto: „ Hilf mir, es selbst zu tun.“

Entwicklung der Sozialkompetenz

Geborgenheit, Vertrauen und Aufmerksamkeit geben dem Kind Sicherheit und es kann in diesem geschützten Rahmen seine Erfahrungen mit anderen Menschen machen. Wir geben dem Kind Raum, soziales Verhalten zu lernen, zu erleben und zu üben. Wir fördern bewusst verschiedene Gruppenkonstellationen und -grössen. Wir unterstützen und fördern Kontakte zwischen den Kindern. Wir fördern die Kinder darin, konstruktiv mit Konflikten umzugehen, geben ihnen aber klare Grenzen vor. Wir verhalten uns in Konfliktsituationen zwischen den Kindern zurückhaltend. Wir beobachten und greifen wenn nötig unterstützend ein.

Entwicklung der Handlungskompetenzen

Das Kind hat in der Kita die Möglichkeit, sich mit seiner Umwelt auseinander zu setzten. Wir schenken dem Kind Vertrauen und trauen ihm etwas zu. Es lernt, zu den Spielsachen Sorge zu tragen. Das Kind trägt (Mit-)Verantwortung für seine privaten Spielsachen, seine Bastelarbeiten sowie andere Besitztümer (d.h. wir machen das Kind darauf aufmerksam und schaffen Aufbewahrungsorte wie z.B. eine Schachtel, etc.) Das Kind kann auch bei kleineren Hausarbeiten freiwillig mithelfen.

Körperhygiene und Pflege

Wir achten auf das Körperempfinden des Kindes und gehen respektvoll damit um. Wir respektieren stets die Intimsphäre des Kindes. Gewickelt wird das Kind regelmässig und nach Notwendigkeit. Wir putzen mit dem Kind nach dem Mittagessen die Zähne, Hände und das Gesicht auf lustvolle und spielerische Art (z.B. mit Geschichte, Lied, etc.) Wir motivieren das Kind seinen Körper und dessen Bedürfnisse wahrzunehmen und die entsprechende Körperhygiene selber durchzuführen.  Wir unterstützen das Kind darin, sich selbständig an- und auszuziehen. Zudem lernt es bei uns, die Kleider am richtigen Ort zu verstauen.

Körperliche Entwicklung

Wir schenken der körperlichen Entwicklung Aufmerksamkeit. Wir bieten Raum für Bewegung, im Haus und in der Natur. Wir fördern die Grob- und Feinmotorik.

Eingewöhnung

Wir nehmen uns Zeit, damit das Kind sich mit allem Neuen vertraut machen kann. Uns ist es wichtig, dass die Eingewöhnungsphase gut geplant, gestaltet und durchgeführt wird. Das Kind hat während der Eingewöhnung die Möglichkeit, die Umgebung, die anderen Kinder und die Mitarbeitenden kennen zu lernen. Dabei braucht es die Unterstützung der Eltern. Mit einer schrittweise und behutsamen Eingewöhnung (stunden-, halbtage- und tageweise) zuerst mit und später ohne Elternteil wird ihm geholfen, sich an die neue Umgebung zu gewöhnen und neue Beziehungen aufzubauen. Die Eingewöhnungszeit gestalten wir individuell, je nach Bedürfnissen und Möglichkeiten des Kindes, der Eltern und des Kita-Teams. Jedes Kind erhält für die Eingewöhnung eine Bezugsperson. Sie ist während der Eingewöhnungszeit die Hauptansprechperson für die Eltern.

Freispiel

Das Spiel- und Gestaltungsangebot ist auf das Bedürfnis des Kindes nach selbständigem Tun und Ausprobieren abgestimmt. Das Kind kann sich beim freien Spiel mit seiner Umgebung auseinandersetzen. Wir bieten verschiedenste Spielsachen, Spielmaterialien und Spielumgebungen an, die frei zugänglich sind. Das Kind entscheidet selbst, ob es von diesem Angebot Gebrauch machen möchte. Auch Langeweile darf sein. Wir begleiten das Freispiel bewusst und aktiv, beobachten, unterstützen das Kind in der Konfliktlösung und geben wenn nötig Impulse.

Aktivitäten

Das Kind entscheidet grundsätzlich selber, ob es bei einer Aktivität mitmachen will. Wir versuchen jedoch, das Kind für die Teilnahme zu begeistern. Wir trauen dem Kind etwas zu, lassen es selbständig Erfahrungen machen und eigene Grenzen austesten (z.B. beim Klettern, mit der Schere schneiden, usw.) Hierbei liegt uns die Sicherheit am Herzen. Wir ermöglichen dem Kind Erfahrungen mit Materialien In einem anregend gestalteten Umfeld zu machen.  Erste Priorität haben das Ausprobieren, Erleben und Erfahren.

Rituale

Mit Ritualen im Tagesablauf, wie auch das ganze Jahr hindurch, bieten wir dem Kind Halt und Orientierung (z.B. singen vor dem Essen, Mittagsruhe, Morgenkreis,  Monatsthema, Jahreszeiten, Geburtstagsrituale, allgemeine Feiertagsrituale, usw.)

Spielraum und Themen

Wir ermöglichen dem Kind differenzierte und sinnesfreudige Erfahrungen, fördern seine Kreativität und helfen ihm Eindrücke zu verarbeiten. Die Gestaltung der Gruppenräume, wie auch das Spielangebot sind den Bedürfnissen des Kindes angepasst. Wir gestalten die Räume unserer Gruppen kinderfreundlich und kindersicher. Das Kind wird in die Gestaltung miteinbezogen. Wir überdenken das Angebot der Spielmaterialien und Spielsachen laufend und passen es den Bedürfnissen der Kinder an. Neben den Gruppenräumen nutzen wir unseren kleinen Garten, den Spielplatz vor dem Haus, den Wald sowie verschiedene Ausflugsziele (z.B.  andere Spielplätze) als  Spiel- und Erlebnisräume. Wir behandeln verschiedene Themen, wie Jahreszeiten, Feste, Verkehr, sowie Aktuelles in der Kindergruppe (z.B. Geburt, Übertritt in den Kindergarten, etc.)

Essen

Wir achten auf eine ausgewogene und gesunde Ernährung in einer guten Atmosphäre. Das Essen erleben wir in der Gemeinschaft. Wir respektieren und achten Wünsche der Eltern zur Ernährung des Kindes (z.B. Aufgrund der Konfession, Vegetarier, Unverträglichkeit, etc). Die Mahlzeiten werden von der Spitalküche zubereitet und geliefert. Wir achten darauf, die Esssituation so zu gestalten, dass Lust und Freude am Essen entsteht. Wir motivieren das Kind von allem zu probieren. Je nach Situation (z.B beim Zvieri) integrieren wir dieses in das Freispielgeschehen. Vor und nach dem Essen haben wir je nach Gruppe ein Tischritual. Wir motivieren das Kind dem Alter entsprechend mit Messer und Gabel zu essen und unterstützen es in der Handhabung seines Bestecks. Wir bieten dem Kind Zwischenmahlzeiten an. Bei speziellen Anlässen (z.B. Geburtstag, Austritte, Besuche) wird das Angebot angepasst.

Zeit der Ruhe

Das Kind kann entsprechend seinem Alter seine Ruhezeit bei uns verbringen. Wir respektieren die individuellen Bedürfnisse des Kindes nach Ruhe und bieten ihm Rückzugsmöglichkeiten. Wir schaffen zum Wohl des Kindes und der Kindergruppe Erholungsmomente und Ruhephasen im Tagesablauf. Wir lassen das Kind, wenn es schlafend in die Kita kommt, weiterschlafen und geben ihm genügend Zeit, zu erwachen. Eine Betreuungsperson gestaltet ein Einschlafritual (z.B. ein Lied singen, eine Geschichte erzählen, etc.). Das Ritual dient zur Vorbereitung auf den Schlaf sowie zur Herstellung einer angenehmen und gemütlichen Schlafatmosphäre. Das Kind kann mitgebrachte Kuscheltiere, Nuggis oder Nuschis mit zum Schlafen nehmen. Wir berücksichtigen die Vorlieben des Kindes beim Einschlafen. Wir respektieren das Bedürfnis des Kindes nach Nähe und Distanz bedingungslos. Das Kind kann selbständig aufstehen oder wird von uns abgeholt, sobald es wach ist.

Die Zusammenarbeit innerhalb der Kindertagesstätte ist geprägt durch eine hohe Wertschätzung und einer offenen Kommunikation. Dies beinhaltet einen guten Informationsaustausch und persönliche Gespräche. Die Grundlage unserer Arbeit sind die Mitarbeiterinnen mit einer hohen sozialen Kompetenz und Vorbildfunktion.

Team

Die Zusammenarbeit basiert auf Vertrauen, Verlässlichkeit und Hilfsbereitschaft. Jedes Teammitglied begegnet seinen Arbeitskollegen und -Kolleginnen offen und ehrlich. Wir halten Abmachungen ein und informieren uns gegenseitig (mündlich und schriftlich im Infoheft). Wir geben Unterstützung und fordern Hilfe und nehmen diese auch an. Wir sind offen für Neues und lassen Veränderungen zu (d.h. wir hören zu, probieren aus und geben Feedback). Wir erkennen die eigenen Grenzen, Stärken und Schwächen und bemühen uns um stete Weiterentwicklung (Weiterbildung und Supervision). Wir können Kritik auf konstruktive Art und Weise annehmen und geben. Wir hören einander zu und sprechen Unklarheiten an. Wir tragen dazu bei, dass im Haus eine gute Atmosphäre herrscht. Wir teilen uns in regelmässigen Teamsitzungen mit, pflegen den Austausch und behandeln vertrauliche Informationen mit Sorgfalt. Wir orientieren uns am Organigramm unserer Kita.

Vorbildfunktion

Wir sind uns bewusst, dass wir Vorbild sind, sei es mit den Kindern oder im Team, und handeln dementsprechend. Wir leben dem Kind soziales Verhalten vor. Wir sind verlässlich in unseren Aussagen und Handlungen (d.h. Versprechen dem Kind gegenüber halten wir ein). Wir verwenden eine freundliche, kindgerechte Sprache (z.B. einfache Wortwahl, angepasstes Sprachtempo und Lautstärke). Wir nehmen das Kind sowie einander ernst und hören aktiv zu. Wir achten und respektieren die Persönlichkeit des Kindes.
Wir zeigen und benennen unsere Gefühle (z.B. wir sagen, wenn uns etwas freut, traurig oder wütend macht). Wir überdenken laufend unsere Gruppenregeln und passen sie gegebenenfalls an. Sie bieten den Rahmen für ein angenehmes Miteinander.

Uns ist eine gute und offene Zusammenarbeit mit den Eltern wichtig.

Elternarbeit

Wir informieren die Eltern regelmässig über den Entwicklungsprozess ihres Kindes. Wir vertreten unsere pädagogischen Grundsätze, ohne den Erziehungsstil der Eltern zu  werten. Die Zusammenarbeit basiert auf Vertrauen und Verlässlichkeit. Die Eltern werden in unsere Arbeit miteinbezogen. In den Bring- und Abholzeiten nehmen wir uns kurz Zeit, Informationen und Tagesgeschehnisse des Kindes auszutauschen. Wir fördern in gemeinsamen Gesprächen das Vertrauen und die gegenseitige Offenheit. Informationen werden mit Sorgfalt und Diskretion behandelt (gegebenenfalls notiert). Die Mitarbeiterinnen der Kita stehen unter Schweigepflicht. Fragen und Anregungen der Eltern werden ernst genommen. Wir organisieren Elternabende/Elternanlässe. Schwierigkeiten, Beobachtungen und Probleme besprechen wir mit den Eltern und suchen gemeinsam nach Lösungen.

Generationenprojekt Kita Ringelreija und Alters-/Pflegeheim Englischgruss

Viele Punkte aus unserem pädagogischen Konzept wiederspiegeln sich im Generationenprojekt.

Kinder und Menschen älterer Generationen brauchen besondere Achtung und Aufmerksamkeit in unserer Gesellschaft. Gegenseitiger Respekt und Berücksichtigung sollen ihren Bedürfnissen geprägt sein. Die Lebenserfahrung, Ruhe und Geduld der Bewohner/innen wirken sich positiv auf die Kinder aus. Die Kinder wie auch die Bewohner/innen sollen die Möglichkeit erhalten, voneinander zu lernen und Neues zu entdecken.

Der Tagesplatz Glis trifft sich einmal im Monat mit den Bewohner/innen des Alters- und Pflegeheim Englischgruss zum Basteln, Singen, Turnen, Spazieren, Essen und Trinken.

Die Begegnung wird vom Alters-/Pflegeheim Englischgruss und der Kita Ringelreija begleitet. Durch diese sozialen Kontakte soll ein besseres Verständnis unter Generationen entstehen.

Ein Kind, das reife Menschen um sich hat, erhält die Chance, auch selbst ein verantwortungsvoller Mensch zu werden. Zudem kann ein Kind das von den älteren Gelernte aus einer anderen Perspektive betrachten und evtl. davon profitieren.

Die Kindertagesstätte Ringelreija ist Mitglied von:

  • Kibesuisse Kinderbetreuung Schweiz
  • Verein der Verantwortlichen der Institutionen für Kinderbetreuung des Kanton Wallis
  • Schweizerischer Spielgruppenleiterinnen Verband
  • Fourchette verte
  • Purzelbaum